10./28.01.2010
Bekämpfung der BVD - MD der Rinder läuft an
Nach langer Planungsphase tritt 2011 eine neue Bundesverordnung zur Bekämpfung von MD - BVD bei Rindern in Kraft.
Anders als damals IBR ist BVD tatsächlich auch ein gesundheitlich relevantes Problem. In mit dem Virus frisch infizierten Beständen verwerfen gehäuft Kühe zwischen dem 5. und 8. Trächtigkeitsmonat, es kommt zu Fruchtbarkeits-störungen, Durchfällen und Anzeichen einer allgemeinen Schwächung des Immunsystems. Dadurch entstehen den betroffenen Betrieben erhebliche auch wirtschaftliche Verluste, abgesehen natürlich vom Leiden der kranken Tiere. Besonders prekär wirkt sich aus, wenn das Virus ein im 3. - 6. Monat trächtiges Tier infiziert, in einer Phase, in der das werdende Kalb gerade sein eigenes Immunsystem "progammiert": da das Virus auch die Frucht infiziert, wird es dann nach der Geburt von diesem Tier nicht mehr als körperfremd erkannt und entsprechend bekämpt. Diese Tiere bleiben Dauerausscheider und sorgen für immer neue Infektionen der Herden. Normalerweise sterben diese Dauerausscheider in den ersten drei Lebensjahren ziemlich jämmerlich an unstillbarem Durchfall. Ziel des Bekämpfungsverfahrens ist daher, diese Dauerausscheider zu erkennen und schnellstmöglich aus der Herde zu entfernen. Da das Virus nicht ansteckend für Menschen ist, werden diese Tiere geschlachtet, sofern sie noch gesund sind!
Ein Merkblatt mit Details des hessischen Bekämpfungsverfahrens finden Sie hier. Und nähere Infos auch auf der Nutztier - Seite.
09.01.10
BT - Impfpflicht aufgehoben!
Leider hat der Bundesrat auf seiner Sitzung am 18.12.09 die Impfpflicht gegen Blauzungenkrankheit aufgehoben und die Bekämpfung der BT "in die Hände der Tierhalter gelegt". Damit hat die Politik sich gegen den Rat aller Seuchenkundler dem Druck der Impfgegner(insbesondere Bayern, aber auch Niedersachsen, NRW) gebeugt, die dank unserer schnellen Schutzmaßnahmen die Krankheit nie wirklich erlebt haben (Bayern). Was das im Einzelnen in Hessen bedeutet, ist inzwischen auch bekannt: die Tierhalter werden die Kosten der Impfung voll zu tragen haben, d.h. die Kosten der tierärztlichen Tätigkeit (gemäß der Kostenvereinbarung zwischen Bauernverband, Tierärztekammer, Land und Kommunen) wie bisher, zuzüglich der Kosten für den Impfstoff! Was der Impfstoff kosten wird, war bei den Herstellerfirmen bisher nicht zu erfahren. Einzige Ausnahme: Schaf- und Ziegenhalter, die sich bis zum 10.01.10 bei der Tierseuchenkasse zur Bestandsimpfung angemeldet haben, erhalten dieses Mal den Impfstoff noch kostenlos. Allerdings weicht das Land Hessen von der bewährten Praxis ab, die Haustierärzte impfen zu lassen und wird die Impfung durch einige wenige "Impftierärzte" durchführen lassen! Auch die Impfpflicht für alle Kälber und Lämmer, die 2009 geboren worden sind, besteht nicht mehr, es gibt auch keinen Impfstoff mehr für diese Tiere (alle anders lautenden Gerüchte wurden von der HTSK dementiert). Nach Auskunft des Rechtsanwalts der Tierärztekammer ist dieses Vorgehen der Bundesländer sogar rechtens, auch wenn es Tiele unserer bisherigen guten Beratung völlig aushebelt.
Um so mehr hoffen wir, dass möglichst viele Betriebe auch weiterhin impfen lassen, nur dadurch kann ein Erkrankungsszenario wie 2007 verhindert werden! und leider kann nicht davon ausgegangen werden, dass das BT - Virus schon eliminiert ist.
Ältere Artikel zur Blauzungenkrankheit finden Sie auf der Nutztier - Seite!
10.01.10
Neue Kennzeichnungspflicht für Pferde und für Schafe und Ziegen
Pferde, für die nach dem 01.07.2009 ein Equidenpass beantragt wird (alle Pferde müssen ein solches Dokument haben, Esel auch!), müssen zusätzlich mit einem Microchip gekennzeichnet werden. Näheres demnächst auf der Pferdeseite.
Schafe und Ziegen, die nach dem 01.01.2010 geboren werden und zur Zucht verwendet oder gehandelt werden sollen, müssen ebenfalls elektronisch gekennzeichnet werden. Diese Verordnung ist zwar schon in Kraft, aber offensichtlich gibt es beim HVL noch keine elektronischen Ohrmarken, und es weiß auch noch niemand so richtig Bescheid. Sobald sich das ändert, werden wir es hier kundtun.